Äthiopisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland

Orientalische orthodoxe Kirchen

Anlässlich des IV. Ökumenischen Konzils in Chalkedon (451 n. Chr.) kam es zur Trennung zwischen der orthodoxen Kirche und den später so bezeichneten orientalischen oder altorientalischen orthodoxen Kirchen. Anlass dieser Trennung waren Fragen der Christologie (göttliche und menschliche Natur Christi). Vor kurzem haben aber beide Kirchenfamilien in ihrem offiziellen Dialog feststellen dürfen, dass diese Fragen heute nicht mehr als kirchentrennend empfunden werden. Die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit soll nun vorbereitet werden.

 

Äthiopisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland

Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche ist eine der ältesten Kirchen der Christenheit überhaupt. Das Christentum gelangte schon im 1. Jahrhundert nach Äthiopien, wie es in der  Apostelgeschichte (8, 26-40) überliefert ist. Der erste Bischof der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche Abba Salam (Vater des Friedens) oder Kesate Berhan (Offenbarer des Lichtes) wurde 328 vom Patriarchen von Alexandria geweiht. Noch bis 1959 ist der jeweilige Erzbischof der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche vom koptischen Patriarchen geweiht worden. Seither ist die Kirche autokephal (eigenständig).

Als orthodoxe Kirche hat die äthiopische Kirche in besonderem Maße die Lehren der alten Kirchenväter bewahrt. Die Ausbreitung des Islam bewirkte eine räumliche Isolierung, die das Festhalten an den Traditionen erleichterte. Die äthiopische Kirche hat einen besonders engen Kontakt zum Judentum; auf dem Altar stehen das Kreuz und der Tabot, eine Nachbildung der Bundeslade des Alten Testamentes. Das Afrikanische der Kirche wird sichtbar in der Malerei und hörbar in der eigenen Kirchenmusik. Trotz der räumlichen Isolation war die äthiopische Kirche nie vollständig von der übrigen Christenheit getrennt und es entsprach ihrer Tradition, sich von Beginn an am Weltkirchenrat zu beteiligen.

Die deutsche äthiopische Kirche entstand 1983, um den äthiopischen Flüchtlingen nach den gewaltsamen Veränderungen des Herrschaftssystems in Äthiopien eine pastorale Betreuung zukommen zu lassen. Es ist der tief verwurzelten Gläubigkeit der Äthiopier und dem Engagement der Kleriker zu verdanken, dass diese Kirche aus kleinsten Anfängen aufblühen konnte und heute in 7 stabilen Gemeinden, nämlich in Köln, München, Frankfurt, Berlin, Nürnberg, Stuttgart und Wiesbaden mit eigenem Priester und weiteren Gruppen ohne Priester existiert. Als kleine und arme Diasporagemeinde konnte die äthiopische Kirche von der immer stärker werdenden Ökumene profitieren und hat heute ihren Platz in der deutschen christlichen Gemeinschaft gefunden.

Regelmäßig finden in den einzelnen Gemeinden Sonntagsgottesdienste statt und bei den vielen Festen, die mit großer Beteiligung der Gläubigen gefeiert werden, wird sehr deutlich, dass die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche eine junge dynamische Kirche ist. Fast alle Gläubige der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche betrachten Deutschland als ihre Heimat und sind froh und stolz, dass sie in der eigentlich fremden Heimat in ihre eigene Kirche gehen können, die für ihre nationale Identität und das Selbstwertgefühl von entscheidender Bedeutung ist.

Ansprechpartner:
Erzpriester Dr. Merawi Tebege
Ückeratherstraße 2
50739 Köln
Tel./Fax: 02 21 / 5 99 26 23

 

 

Kontakt

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Pfarrer Dr. Christian Hohmann

oikos-Institut für Mission und Ökumene

Olpe 35
44135 Dortmund

Telefon: +49 (0) 5731 / 7448695
christian.hohmann@ekvw.de

 

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